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Ein szenischer Mashup von Blaubart / Schulprojekt der Theaterpädagogik mit Schülerinnen und Schülern der Riesschule Ritterhude
Donnerstag 09.02.2012 / 19.00 Uhr
Premiere / Brauhauskeller
Inhalt
Junges Mädchen liebt älteren, unheimlichen, aber reichen Mann mit blauem Bart, geht mit auf seine Burg, öffnet alle seine geheimen Türen und dann hat sie den Salat. Warum tötet Blaubart seine Liebsten? Ist er ein skrupelloser Serienmörder, ein enttäuschter Despot oder ein zerstörerisch Liebender?
Ausgehend von Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« und Franz Hummels »Blaubart« ist in der halbjährigen Probenzeit eine szenische Collage zu den Motiven der beiden Opern entstanden. Wie viel Ehrlichkeit verträgt eine Liebe? Welche Fragen sind verboten? Was ist mein dunkelstes Geheimnis? Töte ich, was ich liebe? Steckt Wahrheit in meinen Träumen und habe ich auch eine Leiche im Keller? Bin ich Blaubart? Auf den Spuren Blaubarts befragen sich neun Schülerinnen und Schüler nach ihren eigenen Geheimnissen und Träumen, verbotenen Kammern und dunklen Seiten.
Junges Mädchen liebt älteren, unheimlichen, aber reichen Mann mit blauem Bart, geht mit auf seine Burg, öffnet alle seine geheimen Türen und dann hat sie den Salat. Warum tötet Blaubart seine Liebsten? Ist er ein skrupelloser Serienmörder, ein enttäuschter Despot oder ein zerstörerisch Liebender?
Ausgehend von Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« und Franz Hummels »Blaubart« ist in der halbjährigen Probenzeit eine szenische Collage zu den Motiven der beiden Opern entstanden. Wie...
Weitere Texte
Wie viel Blaubart steckt in mir?
Nach dem Inszenierungsprojekt »Ich bin eine große Sache« der letzten Spielzeit, mit dem wir die Schauspielinszenierung »Glaube Liebe Hoffnung« begleiteten, suchen wir mit diesem Projekt eine Annäherung an die zentralen Themen des Blaubart-Doppelabends der Oper. Ausgehend von »Herzogs Blaubarts Burg« von Béla Bartók und Franz Hummels »Blaubart« wenden wir uns dem Märchenstoff zu, der uns als Strukturvorgabe und Assoziationsrahmen für eigene Ideen dient. Was ist mein dunkelstes Geheimnis? Töte ich, was ich liebe? Welche Fragen sind verboten und welche Abgründe tun sich im Unterbewussten auf? Welche Wahrheit steckt in meinen Träumen und habe ich vielleicht eine Leiche im Keller? Im Rahmen einer Theater AG, die sowohl an der Schule als auch am Theater probiert und experimentiert, stellen wir eigene Fragen an den Stoff: Neun Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren der Riesschule Ritterhude setzen sich, auf den Spuren Blaubarts, seit Anfang der Spielzeit 2011/2012 mit ihren eigenen Träumen und Geheimnissen, mit Grenzüberschreitungen und verbotenen Kammern im eigenen Inneren auseinander. Die szenischen Ergebnisse präsentieren wir nun im Brauhauskeller und in der Schulaula der Riesschule. Neben der Arbeit an der eigenen Inszenierung gehen wir der Opernproduktion über Probenbesuche inhaltlich und ästhetisch auf den Grund.
Ausgangspunkt unserer Suche ist die Figur Blaubart. »Blaubart ist keine Gute-Nacht-Geschichte!«, sagt Tim, ein Spieler aus der Gruppe, und Alessa fügt hinzu: »Die Geschichte zeigt, wie skrupellos Männer sein können.« »Ich finde, er ist ein Frauenheld und ein Serienmörder«, sagt Lena. Die Figur Judit aus Bartóks Version der Geschichte möchte jeden hintersten Winkel ihres Blaubarts kennen, sie ist jung, neugierig und angstfrei und bereit, für das Wissen um Blaubarts frühere Frauen ihre Beziehung aufs Spiel zu setzen. »Wie müsste euer Blaubart aussehen, damit ihr euch in ihn verliebt?«, fragen wir die Spielerinnen und Spieler. »Mein Blaubart ist eher ein dunkler Typ, er sieht ziemlich gut aus, ist kein Macho, er ist spontan und kreativ, gepflegt, natürlich und benutzt keine Asi-Sprache!«, sagt Aileen.
Durch die unterschiedlichen Perspektiven auf das Märchen, die uns in Bartóks und Hummels Versionen begegnen, haben wir eine breite Grundlage zur Materialrecherche. Welche der Motive des Blaubartstoffes finden wir in unserem Leben wieder? In Improvisationen fragen wir nach der Lebenswelt der Jugendlichen. Was offenbare ich? Wie verhalte ich mich, wenn jemand aus Neugier ein Geheimnis von mir entdeckt, das ich bisher verschwiegen habe und wie neugierig bin ich eigentlich selber? Gemeinsam überprüfen wir absolute No-Gos in unseren Beziehungen. An welche Verbote halte ich mich, welche überschreite ich? Während wir mit dem Blick auf Bartók nach eigenen Problemen im Zwischenmenschlichen, besonders in Liebesbeziehungen suchen, begegnen wir in der Hummelschen Lesart Sigmund Freuds »Fall Dora«, der hier fragmentarisch verarbeitet ist. Vor dem Hintergrund von Freuds Traumanalyse seiner Patientin Dora kommen wir auch zu der Frage, welche geheimen Sehnsüchte und Phantasien unsere Träume offenbaren. Mit dem gesammelten Material erarbeiten wir eine eigene Stückfassung. Ergänzt durch Textauszüge aus der Literatur wird die Geschichte in kurzen Schlaglichtern neu erzählt. Im Kontext der Opernbearbeitungen entsteht so eine szenische Collage, die sich ohne durchgehende Rollen, stattdessen mit choreographischen Arrangements, sowohl dramaturgisch als auch inhaltlich an der Struktur des Märchens orientiert.
Von Christina Schahabi und Rieke Oberländer
Wie viel Blaubart steckt in mir?
Nach dem Inszenierungsprojekt »Ich bin eine große Sache« der letzten Spielzeit, mit dem wir die Schauspielinszenierung »Glaube Liebe Hoffnung« begleiteten, suchen wir mit diesem Projekt eine Annäherung an die zentralen Themen des Blaubart-Doppelabends der Oper....
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