Das Land des Lächelns

Romantische Operette in drei Akten von Franz Lehár / Libretto von Ludwig Herzer und Fritz Beda-Löhner nach »Die gelbe Jacke« von Victor Léon / Mit freundlicher Unterstützung der swb

Samstag 28.01.2012 / 19.30 Uhr

Theater am Goetheplatz

Das Land des Lächelns
Es ist die wohl bekannteste Operette Franz Lehárs, die auf der Bühne am Goetheplatz von Lukas Langhoff in Szene gesetzt wird. Eine Wienerin und ein chinesischer Prinz verlieben sich ineinander. Sie geht mit ihm nach China. Doch dort werden die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden immer offenbarer. Die Liebe von Lisa und Sou-Chong wird diese Konfrontation leider nicht überdauern. Die typische Leichtigkeit des Operettengenres mischt Lehár mit Nachdenklichkeit und Melancholie. In der Bremer Inszenierung werden zehn Jugendliche beteiligt sein, die der Regisseur Lukas Langhoff als Repräsentanten der heutigen Realität einsetzen möchte. Florian Ziemen als musikalischer Leiter arbeitet in die Partitur Sequenzen aus dem Autographen Lehárs ein, um dem ursprünglichen Charakter dieses Werks nachzuspüren.
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Inhalt

Es ist die wohl bekannteste Operette Franz Lehárs, die auf der Bühne am Goetheplatz von Lukas Langhoff in Szene gesetzt wird. Eine Wienerin und ein chinesischer Prinz verlieben sich ineinander. Sie geht mit ihm nach China. Doch dort werden die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden immer offenbarer. Die Liebe von Lisa und Sou-Chong wird diese Konfrontation leider nicht überdauern. Die typische Leichtigkeit des Operettengenres mischt Lehár mit Nachdenklichkeit und Melancholie.
In der Bremer Inszenierung werden zehn Jugendliche beteiligt sein, die der Regisseur Lukas Langhoff als Repräsentanten der heutigen Realität einsetzen möchte. Florian Ziemen als musikalischer Leiter arbeitet in die Partitur Sequenzen aus dem Autographen Lehárs ein, um dem ursprünglichen Charakter dieses Werks nachzuspüren.

Es ist die wohl bekannteste Operette Franz Lehárs, die auf der Bühne am Goetheplatz von Lukas Langhoff in Szene gesetzt wird. Eine Wienerin und ein chinesischer Prinz verlieben sich ineinander. Sie geht mit ihm nach China. Doch dort werden die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden immer offenbarer. Die Liebe von Lisa und Sou-Chong wird diese Konfrontation leider nicht überdauern. Die typische Leichtigkeit des Operettengenres mischt Lehár mit Nachdenklichkeit und Melancholie.
In der Bremer...

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Pressestimmen

„[…] eine Stimme, die auch bei Puccini und Verdi zu Hause ist. Diese Voraussetzung erfüllt Luis Olivares Sandoval in der Bremer Premiere durchaus. Und erkostet den ‚Überrumpelungseffekt’ in der Arie mit seinem kraftvollen und schmelzreichen Tenor voll aus. […] Gleichwohl gab er der Rolle Autorität und Persönlichkeit. […]
Als Lisa stellt sich Peggy Steiner vor. Sie verfügt über einen kräftigen Sopran […].
Die ‚Stars’ des Abends waren Dirigent Florian Ziemen und die Bremer Philharmoniker. […] Ziemen unterstrich eindrucksvoll die raffinierte Instrumentierung. […] den dramatischen Momenten gab er opernhaftes Format, den Arien geschmeidige Flexibilität. Eine rundum geglückte Wiedergabe! […]“
(Weser Kurier / Nordwest-Zeitung online, Wolfgang Denker)[…]

„[…] Die jungen Tänzerinnen und Tänzer machen das in der einfallsreichen Choreografie von Christine Witte ganz hervorragend. […] Schauspielmann Langhoff hat Guido Gallmann und Susanne Schrader zwei umwerfend komische Kabinettstückchen auf den Leib komponiert. Er brilliert als vergeblich mit der Tücke des Objekts kämpfender Techniker, sie als im Mario-Barth-Jargon berlinernder Obereunuch im Glitzer-Outfit.
Besonders Lob verdient Steffi Lehmann, die als aufmüpfige China-Prinzessin in einem Gummi-Bonsai-Feld mit einer Heckenschere stellvertretend gegen die ihr auferlegten Repressionen wütet. An ihrer Seite ist Christian-Andreas Engelhardt zwar rein äußerlich ein Gegenentwurf zum schneidigen Dragonerleutnant Gustl, entwickelt aber als Operettenheld immer wieder komödiantischen Charme. […]“
(Die Welt, Sigrid Schuer)[…]

„[…] Langhoff nimmt in seiner Inszenierung den für die Operette überraschend tief konfliktreichen Stoff ernst, nutzt aber auch jede Chance zu Komik, Kalauer und Klamauk. […] Dass junge Tänzerinnen und Tänzer von der Bremer Kultur_initiative ‚Quartier’ die Ballett-Einlagen übernehmen, frischt das Bühnengeschehen auf, macht das ‚Falsch-Verliebt-Sein’ auch zu einer Jugendsache, und immerhin wird erkennbar, dass sich die Pop-Musik der 1920er Jahre und aktuelle Tanzkultur nicht nur beißen. […] Das musikalische Salonstück wird zum subtilen Kammerspiel, in dem auch die bekanntesten Melodien im orchestralen Kleid neue Facetten erhalten, in dem strukturelle Raffinessen, die wechselnde Einbettung von Leitmelodien, Brüche und Umbrüche, Risse und Abstürze in dramatischer Zuspitzung Raum erhalten. Die spezielle Sprache der Operette, keineswegs gesunkenes Operngut, hat mit Ziemen einen hervorragenden Anwalt.“
(Kreiszeitung, Rainer Beßling)[…]

„[…] Musikalisch wurde ein großartiger Abend geboten, ein Gipfeltreffen schöner Stimmen. Das Orchester, die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Florian Ziemen, spielte temperamentvoll und präzise. Erwähnenswert: Florian Ziemen wollte hier, wie beim ‚Vetter aus Dingsda’, unbedingt die Originalfassung Lehárs spielen. Er hat sich auf die Suche gemacht und die ursprüngliche Partitur tatsächlich aufgespürt – und zwar im Tresor des Bürgermeisters von Bad Ischl. Diese Version ist in Bremen erstmalig zu hören. […] Der erste Teil des Stücks ist wunderbar leicht inszeniert, mit vielen witzigen Einfällen. Es geht z.B. noch während der Overtüre los mit einer umwerfenden Slapstick-Nummer, bei der ein Hausmeister verzweifelt versucht, eine heruntergefallene Wandlampe wieder anzubringen. […] Als Besonderheit treten 12 Jugendliche auf, eine Multikulti-Truppe, die die Brücke zur heutigen Realität schlägt. Sie tanzen anspruchsvolle Choreographien, die sich gut einfügen. […] Fazit: Begeisterter Applaus für die Darsteller und Musiker. Ein gelungener Operetten-Abend – berührend, interessant und unterhaltsam.“
(Radio Bremen, Margit Ekholt)[…]

„[…] Man kann sich in dieser Aufführung prächtig amüsieren. […] Außerdem beeindruckt die Vorstellung in Bremen durch hohe musikalische Qualität: Florian Ziemen dirigiert die Bremer Philharmoniker angenehm schlank, nie schwülstig. Daniel Mayr hat das Werk mit seinem Opernchor offenkundig gründlich einstudiert. Und die Gesangssolisten überzeugen mit einer geschlossenen Ensemble-Leistung. […] Peggy Steiner gestaltet die Rolle der naiv liebenden und später tief getroffenen Lisa mit derselben musikalischen Geradlinigkeit, durch die auch das Dirigat gekennzeichnet ist. Das passt sehr gut zusammen. […]“
(Alexander Schnackenburg, Delmenhorster Kreisblatt)[…]

„[…] Regisseur Lukas Langhoff spielt mit Franz Lehárs wohl berühmtester, romantisch-tragischer Operette. […] Langhoff versucht es mit Ironie, neuen Figuren und Situationskomik und jungen Tänzern zum Operetten-Schwung. […] Viel Applaus für die Musik! […]“ Bild-Sterne-Bewertung: „Ziemlich gut“
(Corinna Laubach, Bild)[…]

„[…] Das Bühnenbild zeigt ein Bergpanorama hinter einem Grünkohl-Feld – das sich erst auf den zweiten Blick als Mini-Bonsais entpuppt. Dort läuft Sandoval nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch zur Höchstform auf: Sein Wutanfall, als er sich von Traditionen erdrückt fühlt, geht unter die Haut. Und die Szene, in der Lisa ihn schließlich verlässt, rührt zu Tränen. […]“
(Antje Wilken, Bremer Anzeiger)

„[…] eine Stimme, die auch bei Puccini und Verdi zu Hause ist. Diese Voraussetzung erfüllt Luis Olivares Sandoval in der Bremer Premiere durchaus. Und erkostet den ‚Überrumpelungseffekt’ in der Arie mit seinem kraftvollen und schmelzreichen Tenor voll aus. […] Gleichwohl gab er der Rolle Autorität und Persönlichkeit. […]
Als Lisa stellt sich Peggy Steiner vor. Sie verfügt über einen kräftigen Sopran […].
Die ‚Stars’ des Abends waren Dirigent Florian Ziemen und die Bremer...

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Weitere Texte

Es ist ein Rausch, ein Abenteuer

Chinese verliebt sich in Österreicherin, sie sich in ihn. Kurzfristig muss er aus beruflichen Gründen zurück in die Heimat, sie geht mit. Der Alltag des Geliebten, die traditionellen Zwänge, denen er sich fügen muss, gepaart mit den kulturellen Unterschieden zwischen Österreich und China, stellen die Liebe auf einen sehr harten Prüfstand. Sie zerbricht, da die Verschiedenheiten, die divergierenden Lebenssituationen sich als unüberwindbar herausstellen. Nach zermürbenden Streitereien verlässt sie ihn und kehrt in ihre Heimat zurück.
Diese Geschichte ist aktuell wie nie. Heute, da die Grenzen zwischen den Ländern der Welt immer leichter zu überwinden sind, die zwischen den Menschen aber nach wie vor bestehen, gehören solche »interkulturellen« Liebesgeschichten zum Alltag.
Diese Geschichte aber spielt 1912. Es ist die Grundlage für Franz Lehárs Operette »Das Land des Lächelns«, die 1929 mit Richard Tauber als Starbesetzung für die Tenorpartie des chinesischen Prinzen uraufgeführt wurde.
Der Prinz Sou-Chong ist gefangen in der Macht und in den familiären Traditionen, die sein Leben als chinesischer Ministerpräsident bestimmen. Sein immer respektloseres Verhalten Lisa gegenüber, der Wienerin, die aus Liebe mit ihm gegangen ist, bereut er zwar, aber er kann nicht anders. Er entwickelt sich vom Charmeur, vom Mann mit den unwiderstehlichen Reizen zu einem tragischen Machthaber, der ganz seinem Land gehört.
Große Politik steckt in diesem Stück, aber auch die Geschichte von ganz privatem Glück und Unglück.
»Das Land des Lächelns« ist eine der bekanntesten Operetten der Musiktheatergeschichte. Dieses Land steht für einen Sehnsuchtsort. Das Exotische, das Fremde, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit geradezu sagenhaften Vorstellungen und Klischees behaftet wurde, reizt das alte Europa – zahlreiche Werke entstehen in allen Kunstrichtungen, die sich thematisch mit dem Kulturkreis der aufgehenden Sonne auseinander setzen. Mit breitem Pinsel zeichnet Lehár dieses China seines »Land des Lächelns«. Gleichzeitig ist es auch für den Komponisten Ausdruck seiner ganz persönlichen Sehnsucht. Immer wollte er große Opern komponieren, war nie zufrieden mit seinen Operetten, die ihn zu einem der erfolgreichsten und berühmtesten Komponisten machten. In »Das Land des Lächelns« ist diese Sehnsucht sowohl musikalisch als auch dramaturgisch auf die Spitze getrieben, der Grundtenor der Melancholie prägt dieses Werk, herausstechendstes Merkmal: Lehár komponierte eine Operette ohne Happy End.

Lukas Langhoff und Florian Ziemen, Regisseur und musikalischer Leiter der Neuinszenierung am Theater Bremen, wollen der Sehnsucht in der Operette und der im »Land des Lächelns« im Speziellen auf den Grund gehen. Florian Ziemen hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem ursprünglichen Erfolg der Operette, dem musikalischen Charakter zur Uraufführungszeit nachzuspüren. Die Operette war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Straßenfeger, heute wird diese Form eher belächelt und gern einem ausschließlich vergnügungssüchtigen Publikum zugeschoben. Florian Ziemen beschränkt sich bei der musikalischen Arbeit nicht auf den letzten Stand der Partitur, sondern forscht und gräbt in den verschiedenen Fassungen des Stücks und fügt in die Partitur Sequenzen aus dem Autographen Lehárs ein, die das all zu bekannte Gesicht dieser Operette in einigen Szenen in einem neuen, teilweise zugespitzten Licht erscheinen lassen.
Lukas Langhoffs Ansatz für seine Inszenierung ist es, die Eigenheiten der Figuren in »Das Land des Lächelns« mit all ihren Freuden und Nöten herauszuarbeiten. Die Rollen sind für ihn untrennbar mit den Persönlichkeiten der Sängerinnen und Sänger verknüpft, für diese Inszenierung insbesondere mit denen, die hier im Theater am Goetheplatz auf der Bühne stehen werden. Zwischen der Rolle und dem Darsteller gibt es Überschneidungspunkte und die interessieren den Regisseur, die erst erwecken die Figuren in der Operette zum Leben. Er möchte den Zuschauer verführen, über die Klischees und Vorurteile, die im »Land des Lächelns« nicht zu knapp vorhanden sind, zu lachen – er möchte diese besondere Qualität der Operette ganz stark herausarbeiten. Gleichzeitig aber stellt er diesem Lachen eine moralische Instanz entgegen: Zehn Jugendliche aus Bremen werden als Tänzerinnen und Tänzer, als Schauspielerinnen und Schauspieler ihre heutige Realität in die Inszenierung hineintragen. Für Lukas Langhoff sind sie das Regulativ, das unser Lachen und Weinen, unser Sehnen in der Operette mit dem Heute ins Verhältnis setzt. Unterstützt wird der Regisseur dabei von der Choreographin Christine Witte, die weitreichende Erfahrungen mit Tanzprojekten für Jugendliche hat. Ihre Choreographien wollen das Martialische in der Musik Lehárs herausstellen. Crumping und Hip Hop sind dabei nur zwei Tanzsprachen, die sie mit weichen Bewegungen verbindet, um dem Innersten der Musik und dem der Jugendlichen einen tänzerischen Ausdrucksraum zu geben. Entstanden ist die Zusammenarbeit mit der Choreographin über eine Kooperation mit QUARTIER, die sich mit zahlreichen künstlerischen Stadtteilprojekten in Bremen einen Namen gemacht haben. Parallel zu »Das Land des Lächelns« werden die Jugendlichen einen eigenen Tanzabend – »Falsch Verliebt« – entwickeln auf der Grundlage der Geschichte um Lisa und Sou-Chong und der Musik Lehárs, aus der neue Kompositionen entstanden sind, die den Choreographien, ebenfalls von Christine Witte, zugrunde liegen. »Falsch Verliebt« wird im kommenden Jahr auch am Theater Bremen zu sehen sein.

Von Juliane Luster

Wo ist dein Land des Lächelns?

Das sind die Alleen in Brandenburg. Ja, wann passiert mir das? Wann lächle ich? Wenn ich auf mein Motorrad steige und auf diesen Alleen unterwegs bin, lächle ich die ganze Zeit.
Meiner Tochter beim Klavierspielen zuzusehen zaubert mir immer ein Lächeln aufs Gesicht. Dann bin ich einerseits so stolz, andererseits berührt es mich ungemein.
Lukas Langhoff, Regisseur

Für mich hat das Land des Lächelns etwas Zweideutiges, es ist ein positiver Ort der Sehnsucht, hat aber auch etwas Geheimnisvolles, Verschlagenes. Immer nur lächeln, alles ist gut, alles ist unter Kontrolle und in Ordnung. Ein bisschen wie bei meiner Bank. Da müssen sie, glaube ich, sogar am Telefon lächeln, weil man das an der Stimme hört. Und das wahre Leben kann man dahinter nur erahnen oder es blitzt hervor, wo die Fassade einen Riss hat – das hat sehr viel mit Operette zu tun.
Florian Ziemen, Dirigent

Mein persönliches Land des Lächelns ist der Tanz. Mit dem Tanz lässt sich alles ­ausdrücken, alle Barrieren werden abgebaut; der Tanz berührt jeden. Jede Form der Tanzsprache und damit die Multikultikultur, in der ich mich jeden Tag bewege, sind mein Land des Lächelns.
Wenn ich froh bin, springe ich auf und tanze mit meinem 84-jährigen Vater.
Christine Witte, Choreographin

Wo ist dein Land des Lächelns?
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Theater Bremen, Dramaturgie,
Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen

Es ist ein Rausch, ein Abenteuer

Chinese verliebt sich in Österreicherin, sie sich in ihn. Kurzfristig muss er aus beruflichen Gründen zurück in die Heimat, sie geht mit. Der Alltag des Geliebten, die traditionellen Zwänge, denen er sich fügen muss, gepaart mit den kulturellen Unterschieden zwischen...

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