WirAlleAnders – the fake audition
14+ / Junge Akteure – die Moks Theaterschule



Inhalt
›Wir machen Licht in der Finsternis des Publikumsraums. Wir wollen dich sehen. Wir wollen hören, was du zu sagen hast! In einer Show eigens entwickelt für das junge Publikum von heute suchen wir die Menschen von morgen.‹
Wie können wir die verschiedenen individuellen und kulturellen Ansätze eurer Herkunft als Normalität im Nebeneinander und Gegeneinander erkennen und annehmen? Wie können wir dieses Lebensgefühl sichtbar machen? Brauchen wir nicht Lösungen für die Probleme unserer Zeit jenseits von nationalstaatlichen und religiösen Gefühlen? Wie ist die Energiewende und Mitbestimmung möglich, ohne sich in unserer Konsumgesellschaft zurückzulehnen?
Zwölf Junge Akteure entwickeln mit dem Regisseur und Performer Martin Thamm und dem Live-Art Künstler Jürgen Salzmann einen interaktiven Theaterabend und öffnen einen besonderen Raum für Gespräche, Ahnungen, verträumte Blicke, Irritation, Distanz und Nähe. Besucher sind als Zuschauer, Beobachter und Aktivisten willkommen. Die Vision dieser Arbeit setzt auf die Kraft des Ausdrucks in der Begegnung – wer sich gegenseitig besser versteht und wahrnimmt, muss nicht so viel mutmaßen und interpretieren.
›Wir machen Licht in der Finsternis des Publikumsraums. Wir wollen dich sehen. Wir wollen hören, was du zu sagen hast! In einer Show eigens entwickelt für das junge Publikum von heute suchen wir die Menschen von morgen.‹
Wie können wir die verschiedenen individuellen und kulturellen Ansätze eurer Herkunft als Normalität im Nebeneinander und Gegeneinander erkennen und annehmen? Wie können wir dieses Lebensgefühl sichtbar machen? Brauchen wir nicht Lösungen für die Probleme unserer Zeit...
Weitere Texte
Jeder Blick ist anders
Am 07. März wird das Projekt »WirAlleAnders
– the fake audition« Premiere haben. Nach »Open Space_Open heart_Open mind« und »Monster 2011« ist es die dritte Arbeit von Martin Thamm und Jürgen Salzmann mit Jugendlichen von Junge Akteure.
Mit »WirAlleAnders« begeben sich die beiden Theatermacher gemeinsam mit 14 jungen Menschen zwischen 14 und 28 Jahren auf eine Forschungsreise und untersuchen die vielfältigen Entwürfe des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Aus dieser Recherche entwickeln sie das Grundgerüst für die Inszenierung. Parallel entstehen in Zusammenarbeit mit Schulklassen aus Bremen besondere Beiträge, die in die von der Kerngruppe entwickelte Struktur integriert werden. Die Vorstellungsreihe ist als Festivalcamp angelegt, in dem man an neun Abenden Variationen eines Grundsettings erleben kann. Besucher sind als Zuschauer, Beobachter und Aktivisten willkommen. Es geht um Vorbehalte und Vorurteile den Anderen, den Fremden gegenüber, die sich im Dialog auflösen oder im Nichtverstehen stecken bleiben. Es gibt Raum für Gespräche, Ahnungen, verträumte Blicke, Nähe, Irritation und Distanz, eine offene, aber auch geformte Situation, die nur im Miteinander Gestalt annehmen kann. Für die jugendlichen Spielerinnen und Spieler bedeutet das, sich auf ein Projekt einzulassen, das ohne Textvorlage das Prozesshafte betont und dadurch viele Fragen aufwirft. Wir haben zu Beginn der Probenzeit beteiligte Jugendliche gebeten, diese stellvertretend an Martin Thamm zu formulieren.
Was war der Grund für euch, »WirAlleAnders« in die Welt zu setzen, und wie seid ihr auf den Namen gekommen? (Rojda, 16 Jahre)
In unserer Gesellschaft bahnt sich ein deutlicher Wandel für die Zukunft an. Nicht nur, dass es einen hohen migrantischen Anteil in den Schulklassen gibt. Darüber hinaus gibt es sehr viele Menschen, denen man nicht direkt ansieht, dass sie andere kulturelle Wurzeln haben. Im Gegensatz zu den Ängsten, die immer wieder thematisiert werden, muss es doch auch eine Normalität des Zusammenlebens geben.
»WirAlleAnders« ist ein Titel, der von der grundsätzlichen Andersartigkeit ausgeht, also das Individuelle betont, aber als Konsequenz nicht den Rückzug und die Vereinzelung meint, sondern einen gemeinschaftlichen Raum gestalten will. Die Vision dieser Arbeit setzt auf die Kraft des Ausdrucks in der Begegnung. Wer sich gegenseitig mehr wahrnimmt und versteht, muss nicht so viel mutmaßen und interpretieren.
Im Untertitel heißt das Projekt »the fake audition«. Es gibt viele Castingshows und in allen Fernsehformaten geht es darum, dass am Ende einer gewinnt. Es ist die Ökonomisierung unserer unverwechselbaren Individualität. Das Besondere des Einzelnen wird von seiner Darstellungs- und Leistungsfähigkeit abhängig gemacht. In unserer »fake audition« hoffen wir, dass alle, die beteiligt sind, etwas von sich geben und zeigen und am Ende gemeinsam etwas gewinnen.
Warum wird das Projekt an einem »speziellen« Ort und nicht in einem konventionellen Theaterraum stattfinden? (Luca, 17 Jahre)
Wenn man etwas Neues machen möchte, ist es schön, wenn der Raum, in dem dies passiert, so offen ist, dass er neu gestaltet werden kann. Ich glaube, ein Zuschauer wird schneller zu einem Gast oder sogar Mitwirkenden, wenn der gewählte Ort dies leichter möglich macht. Dieser unbekannte, besondere Ort ist wie eine Einladung, eine Überraschung, ein Abenteuer.
Warum sollen es gerade junge Leute sein, die das Stück entwickeln? (André, 20 Jahre)
Junge Leute sind die, die Zukunft gestalten werden oder gestalten können. Es sind oft neugierige Menschen, die Lust haben, andere Menschen kennen zu lernen. Vielleicht sind sie ängstlich, aber vielleicht entdecken sie hierbei auch neues Potenzial.
Warum schickt ihr uns gerade durch halb Bremen? (Luca, 17 Jahre)
Die Arbeitsweise zu »WirAlleAnders« ist eine offene Suchbewegung. In wöchentlichen Exkursionen besuchen wir unterschiedlichste Orte und die Menschen, die dort leben. Die Lebensorte erzählen sehr viel über Menschen und ihre Lebenskonzepte, ihre Weltsicht, ihre Angepasstheit und ihre Besonderheiten. Da, wo wir die Realität beschreiben und nicht weiter vordringen können, beginnt das Feld der Fiktion, in dem wir Biographien weiterspinnen und erfinden. Wir können damit gezielt Visionen der Zukunft entwerfen. Und das beinhaltet, auf der Basis der These, dass die Zusammensetzung der jungen Generationen große Veränderungen andeutet, eine Chance für die Zukunft, die wir jetzt erkennen können, um eben auch etwas zu gestalten. Auf dieser Ebene hat unsere kreativ künstlerische Arbeit eine politische Dimension. Im Idealfall verlässt der Besucher dieses Projekt verändert und hat Lust, etwas anzugehen, jemanden zu treffen, gut zu kochen, letztlich nicht einfach sich wegzuschließen und abzugrenzen, sondern der Begegnung und dem Ausdruck von Menschen und ihrem kreativen Potenzial zu vertrauen.
Von Nathalie Forstman und Martin Thamm
Jeder Blick ist anders
Am 07. März wird das Projekt »WirAlleAnders
– the fake audition« Premiere haben. Nach »Open Space_Open heart_Open mind« und »Monster 2011« ist es die dritte Arbeit von Martin Thamm und Jürgen Salzmann mit Jugendlichen von Junge Akteure.
Mit »WirAlleAnders« begeben...
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