Das Land des Lächelns
Es ist die wohl bekannteste Operette Franz Lehárs, die auf der Bühne am Goetheplatz von Lukas Langhoff in Szene gesetzt wird. Eine Wienerin und ein chinesischer Prinz verlieben sich ineinander. Sie geht mit ihm nach China. Doch dort werden die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden immer offenbarer. Die Liebe von Lisa und Sou-Chong wird diese Konfrontation leider nicht überdauern. Die typische Leichtigkeit des Operettengenres mischt Lehár mit Nachdenklichkeit und Melancholie.
In der Bremer Inszenierung werden zehn Jugendliche beteiligt sein, die der Regisseur Lukas Langhoff als Repräsentanten der heutigen Realität einsetzen möchte. Florian Ziemen als musikalischer Leiter arbeitet in die Partitur Sequenzen aus dem Autographen Lehárs ein, um dem ursprünglichen Charakter dieses Werks nachzuspüren.
Geheim
Dieters Ideen und seine Welt waren immer schon von kleinen Verrücktheiten und leichten Exaltiertheiten geprägt: als Kind hat er seinem Freund Fritz dabei geholfen, das Fliegen zu lernen. Seine spätere Frau Lilly hat sich bei einem wilden Twist-Tanz mit ihm in ihn verliebt. Und mit seinem zehnjährigen Enkel Jonathan und dessen Freundin Meike spielte er über Tisch und Stühle springend phantastische Piratenabenteuer. Doch Opa Dieter hat sich verändert: er ist vergesslich und lebt mehr und mehr in einer sehr speziellen Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschwimmen und Gegenwart und Vergangenheit miteinander verwoben sind. Gemeinsam mit Jonathan und Meike taucht Opa Dieter in seine eigene Kindheit ab und entdeckt mit ihnen ein Geheimnis, das er sein Leben lang mit sich herumgetragen hat. Ein Ereignis, das er wegen Schuldgefühlen geheim gehalten und das ihm eine wichtige Freundschaft erhalten hat.
Geheim
Dieters Ideen und seine Welt waren immer schon von kleinen Verrücktheiten und leichten Exaltiertheiten geprägt: als Kind hat er seinem Freund Fritz dabei geholfen, das Fliegen zu lernen. Seine spätere Frau Lilly hat sich bei einem wilden Twist-Tanz mit ihm in ihn verliebt. Und mit seinem zehnjährigen Enkel Jonathan und dessen Freundin Meike spielte er über Tisch und Stühle springend phantastische Piratenabenteuer. Doch Opa Dieter hat sich verändert: er ist vergesslich und lebt mehr und mehr in einer sehr speziellen Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschwimmen und Gegenwart und Vergangenheit miteinander verwoben sind. Gemeinsam mit Jonathan und Meike taucht Opa Dieter in seine eigene Kindheit ab und entdeckt mit ihnen ein Geheimnis, das er sein Leben lang mit sich herumgetragen hat. Ein Ereignis, das er wegen Schuldgefühlen geheim gehalten und das ihm eine wichtige Freundschaft erhalten hat.
AltArmArbeitslos
»Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen.«
Gegen den (angeblichen) Trend des Rückgangs von Arbeitslosigkeit haben ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer stärkere Probleme, eine neue Anstellung zu finden. Allein in Bremen ist die Zahl der Arbeitslosen über 50 in den vergangenen Jahren um 10,2 Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass eine große Zahl älterer Mitbürger in der bundesweiten Arbeitslosen-Statistik gar nicht erfasst wird: Sie nehmen an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung oder Weiterbildung teil oder absolvieren Ein-Euro-Jobs.
Der Regisseur Volker Lösch und sein Team, das seit Jahren an Theatern soziale Fragen unter Einbeziehung von Laienspielerinnen und Laienspielern theatralisch verhandelt, wird am Theater Bremen mit Bremer Bürgern und Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles eine neue Version der »Bremer Stadtmusikanten« erarbeiten.
Endspiel
Aus, es ist aus, es ist so gut wie aus es muss so gut wie aus sein.« – wer kann das schon genau sagen? Der darüber sinnierende Clov jedenfalls nicht. Eine nicht näher bezeichnete Katastrophe hat fast alles Leben ausgelöscht – nur zwei Überlebende scheint es zu geben: Hamm, der blind und gelähmt im Rollstuhl sitzt, und Clov, der nur noch mit großer Mühe gehen kann. Gegenseitige, existenzielle Abhängigkeit verbindet und daraus entstandener Hass trennt die beiden gleichermaßen – es entspringt daraus ein absurd tragikomisches Endzeitstimmungsspiel.
The Turn of the Screw
Die zwei »engelsgleichen« Kinder Miles und Flora teilen ein Geheimnis, das sich um die spukhaft erscheinenden Geister ihrer verstorbenen Erzieher Miss Jessel und Peter Quint rankt. Eine junge Gouvernante, die gerade ihren Dienst bei den verwaisten Kindern antritt, versucht dieses Geheimnis gemeinsam mit der bodenständigen Miss Grose aufzuklären und stößt dabei an die Grenzen des Natürlichen und des Vorstellbaren. Diese Oper von Benjamin Britten gilt als das Werk, in dem Britten sein Talent für Mystisches mit tiefer Psychologie und äußerster Dramatik verknüpft hat. Durch die Konzentration des Orchesters auf ein mittelgroßes Instrumentarium schafft er eine Spannung und Atmosphäre, die in diesem Genre einzigartig dasteht.
Das Land des Lächelns
Es ist die wohl bekannteste Operette Franz Lehárs, die auf der Bühne am Goetheplatz von Lukas Langhoff in Szene gesetzt wird. Eine Wienerin und ein chinesischer Prinz verlieben sich ineinander. Sie geht mit ihm nach China. Doch dort werden die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden immer offenbarer. Die Liebe von Lisa und Sou-Chong wird diese Konfrontation leider nicht überdauern. Die typische Leichtigkeit des Operettengenres mischt Lehár mit Nachdenklichkeit und Melancholie.
In der Bremer Inszenierung werden zehn Jugendliche beteiligt sein, die der Regisseur Lukas Langhoff als Repräsentanten der heutigen Realität einsetzen möchte. Florian Ziemen als musikalischer Leiter arbeitet in die Partitur Sequenzen aus dem Autographen Lehárs ein, um dem ursprünglichen Charakter dieses Werks nachzuspüren.
Hauptsache Arbeit
Endlich! Er ist da! Der Höhepunkt des (Arbeits-)Lebens: Der alljährliche Betriebsausflug. Also umgibt man sich mit den Menschen, mit denen man eh schon die meiste Zeit seines kleinen Lebens vergeudet – den lieben Arbeitskollegen.
Der Chef einer großen Versicherungsgesellschaft spendiert seinen lieben Angestellten einen Ausflug auf dem Vergnügungsdampfer. Doch hier geht es bei weitem nicht um die Erholung für die Angestellten, sondern um nichts weniger als ihre bloße Existenz – den eigenen Arbeitsplatz. Denn bei dieser grotesk-komischen Überfahrt muss ein jeder beweisen, dass er der Beste und Einzige für seinen Posten ist.
Drei alte Männer wollten nicht sterben
Ein geheimnisvoller Brief flattert ins Haus der drei alten Männer Oliver, Dietrich und Lothar. Heute soll der letzte Tag ihres Lebens sein. Das sehen die drei gar nicht ein, schließlich sind sie noch topfit. Sie schmieden die waghalsigsten Pläne für ein ewiges Leben und machen sich schließlich doch Gedanken darüber, wie das wohl sein mag, wenn man stirbt. Der Komponist Guus Ponsioen thematisiert mit viel Humor und einem einfallsreichen Mix an musikalischen Stilen aus der Sicht von Kindern das Thema von der Endlichkeit des Lebens. Der Regisseur Patric Seibert wird diese Oper für Kinder auf der Bühne des Neuen Schauspielhauses inszenieren. Die Ausstatterin Katrin Fürst hat dafür einen phantasievollen Raum entworfen, der sich jedem Abenteuer der drei Männer spielend anpasst.
Leonce und Lena
Dem Burn-out nahe wünscht sich König Peter vom Reiche Popo nichts sehnlicher, als sein Amt seinem Sohn übergeben zu können. Doch der verwöhnte Kronprinz Leonce zeigt keinerlei Interesse. Als König Peter seinen Sohn mit Prinzessin Lena vom Nachbarreich Pipi verheiraten will, ergreift Leonce zusammen mit seinem Freund Valerio die Flucht – denn dieser Heirat mit einer Unbekannten und der damit verbundenen Nachfolge seines Vaters will er in jedem Fall entgehen. Unterwegs treffen die beiden auf Lena und ihre Gouvernante, die ebenfalls vor der staatlich beschlossenen Ehe flüchten. Den jeweils anderen nicht erkennend entdecken Leonce und Lena ein ihnen bisher unbekanntes, vom Überdruss betäubtes Gefühl: die Liebe. Mithilfe eines Tricks und nicht uneigennützig arrangiert Valerio die Hochzeit mit der scheinbar Unbekannten.
Für das Regie-Team Biel/Zboralski skizziert »Leonce und Lena« das Spannungsfeld zwischen der heutzutage durch vermeintlich grenzenlose Freiheit und gesicherten Wohlstand verwahrlosten Müdigkeitsgesellschaft und dem durch ständige Erreichbarkeit, Flexibilität und Mobilität entstandenen Wunsch nach Entschleunigung.
Die Bürgschaft
»Zu Dionys dem Tyrannen ...«, so beginnt Friedrich Schillers Ballade, deren Figurenkonstellation alles für ein packendes Drama oder sogar für einen Abenteuerfilm beinhaltet. Zwei treue Freunde, ein böser Widersacher, eine unlösbare Aufgabe und ein Happy-End. Der Autor Lothar Kittstein übersetzt diese Konstellation in seinem Theaterstück ins Heute. Die Freunde werden zu einem Ehepaar, der Tyrann zu einem Verbrecher, der kommt, um Schulden einzutreiben. Gerd, der Ehemann, hat 12 Stunden Zeit, um 85.000 Euro zusammenzubekommen, sonst stirbt seine Frau Anja. Er macht sich auf den Weg in die Nacht ... Derweil kommen sich Anja und der Kriminelle, Thomas, näher. Lothar Kittstein hat einen modernen Thriller geschrieben, in dem Liebe und Treue sich durchsetzen müssen, aber Gewalt und Gier scheinen immer die Oberhand zu behalten.
Tannhäuser
Nach der Erfahrung von Sinnlichkeit und Freiheit, die er zusammen mit der lebenshungrigen Venus genossen hat, ist es dem Sänger Tannhäuser unmöglich, sich der ihn liebenden Elisabeth und ihrer kulturvollen Umgebung gegenüber konform zu verhalten. Als er in einem Gesangswettbewerb die Liaison zu Venus als das ultimative Liebeserlebnis schildert, stößt ihn die etablierte Gesellschaft aus. Durch Vermittlung Elisabeths wird ihm eine Pilgerfahrt zum Papst auferlegt. Würde ihm dort verziehen, stünde seiner Rückkehr ins Establishment nichts mehr im Wege. Doch Tannhäuser und Elisabeth begegnen sich in diesem Leben nicht wieder.
Frühlings Erwachen
Die Jugendlichen in »Frühlings Erwachen« wollen es wissen. Alles! Warum sie auf der Welt sind, was für ein Leben sinnvoll ist und wie die Liebe geht. Sie erhalten auf ihre drängenden Fragen keine Antworten, weder Zuhause noch in der Schule. Von ihnen werden Leistungsbereitschaft und gute Noten erwartet. Und so treiben die Jugendlichen durchs Leben, probieren alles aus und stolpern in die Tragödie. Am Ende gibt es zwei Tote: Moritz, der dem Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus nicht mehr standhalten kann und Wendla, die an den Folgen einer Abtreibung stirbt.
In einer eigenen Bearbeitung für das Moks wird der Regisseur Mario Portmann diesen Klassiker für ein heutiges junges Publikum inszenieren.
Es spielen die Ensemblemitglieder des Moks sowie Mitglieder des Schauspielensembles und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Ein Volksfeind
Der Badearzt Dr. Stockmann hat entdeckt, dass das Heilwasser des Kurbades durch Fabrikabwässer verschmutzt wird und jetzt eindeutig gesundheitsschädlich ist. Als er in bestem Glauben seine Erkenntnisse veröffentlichen will und offenbar wird, dass die Sanierungsmaßnahmen teuer sind und auch das Bad für eine geraume Zeit geschlossen werden müsste, löst er einen genauso heftig wie brutal geführten politischen Streit aus. Die anfängliche Zustimmung verkehrt sich in Windeseile in breite Ablehnung.
Was ist wichtiger: die Gesundheit der Bevölkerung oder die wirtschaftliche Grundlage eines Ortes? Nicht erst seit den Ereignissen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima muss sich jede Form der Stadtentwicklung mit dieser Frage auseinandersetzen. Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen hat sie in seinem Stück »Ein Volksfeind« bereits am Ende des vorvergangenen Jahrhunderts gestellt. Seine Beschreibung der (politischen) Entscheidungsfindung ist allerdings auch heute noch erschreckend. Denn am Ende zählen nicht die Argumente, sondern nur noch die persönlichen Befindlichkeiten und auch der persönliche Wohlstand der Akteure.
Die Glasmenagerie
Nach „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ zeigt das Schauspiel Bremen ein weiteres Stück des amerikanischen Dramatikers Tennessee Williams. Mit „Die Glasmenagerie“ konnte sich Williams 1944 als Theaterautor etablieren und den Grundstein seiner erfolgreichen Karriere legen.
Amanda lebt mit ihren Kindern Laura und Tom in ärmlichen Verhältnissen. Ihr Mann hat die Familie längst verlassen. Jeder sucht nun seinen Weg aus dieser Misere. Amanda lebt in ihren Jugenderinnerungen, Tom träumt von einem Leben als Dichter und Laura entflieht der Realität mit Hilfe ihrer Glasmenagerie, einer Sammlung von Glastierchen, die sie hütet und beschützt. Auf Drängen der Mutter, die ihre Tochter endlich verheiratet und ihr eigenes Leben abgesichert sehen will, lädt Tom seinen Arbeitskollegen Jim nach Hause ein. Als sich der vermeintliche Hoffnungsträger im Laufe des Abends jedoch als bereits vergebener Mann herausstellt, bricht das mühsam errichtete Wunschweltbild der gesamten Familie zusammen.
Der Moralist Tennessee Williams zeigt mit einer poetischen Eindringlichkeit, wie leicht es ist, vor einer ungeliebten Realität in einen Traum zu fliehen, und dass die Realität doch immer stärker ist als jeder Traum.
Der Regisseur Matthias Kaschig, Jahrgang 1976, studierte Schauspieltheaterregie am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg. Seit 2004 arbeitet er als freier Regisseur. Am Theater Bremen inszenierte er bereits „Katzen haben sieben Leben“ von Jenny Erpenbeck und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Edward Albee.
Mein Kampf
Ein Männerwohnheim im Wien des 20. Jahrhunderts. Der sanftmütige Schlomo Herzl wohnt hier mit dem abgehalfterten Koscher-Koch Lobkowitz auf engstem Raum zusammen. Herzl zieht nachts durch die Straßen und verkauft Bücher. Mal die Bibel, mal das Kamasutra. Doch eigentlich will er selbst ein Buch schreiben. Schon der Titel für sein geplantes Opus magnum verheißt Großes: »Mein Kampf«.
Plötzlich steht der junge Adolf Hitler mit seinem selbst zugeschriebenen Talent zur Malerei auf der Türschwelle. Sein Plan: auf der Kunstakademie entdeckt zu werden. Er mietet sich bei Schlomo und Lobkowitz ein und wartet auf den großen Tag, an dem er sein Studium beginnen kann. Ohne finanzielle Mittel und ohne Talent hat er nichts als seinen Hass auf Juden, Radfahrer und alles, was rund ist. Hitler ist begeistert von Schlomos Buchtitel und der großherzige Jude überlässt ihn dem aufstrebenden jungen Mann, der einmal als Diktator ganz Europa ins Verderben stürzen wird, für eigene literarische Arbeiten.
George Taboris Stück »Mein Kampf« beschäftigt sich in komödienhafter Form mit dem Trauma der Shoah. Es ist eine wunderbare Farce: respektlos, bitterböse und gnadenlos komisch.
Der Rosenkavalier
Der alte Baron Ochs von Lerchenau will aus wirtschaftlichen Gründen die junge bürgerliche Sophie heiraten. Ein Ritual sieht vor, dass der Braut eine silberne Rose als Brautwerbung überreicht wird. Überbringer der Rose soll Octavian sein. Sophie und Octavian verlieben sich und Ochs muss erfahren, dass seine Zeit abgelaufen ist.
Hauptperson dieser Oper ist die Marschallin, die ihren Geliebten Octavian an Sophie verliert. Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal schufen mit dem »Rosenkavalier« ein Zeitgemälde, das, 1911 uraufgeführt, den Abschied von der Epoche des Adels schildert. Regisseur Tobias Kratzer inszeniert diese Oper in einem Bogen, der sich vom Beginn des vergangenen Jahrhunderts bis in die Gegenwart spannt. Am Pult steht GMD Markus Poschner, auf dessen Interpretation man nach der fulminanten »Salome« und Zemlinskys »Der Zwerg« gespannt sein darf.
Perpetuum Mobile
Urs Dietrichs Tanztheaterabend »Perpetuum Mobile« hat das Immer-in-Bewegung-Bleiben im Titel und entsteht anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Bremen. Eine Wiedereröffnung baut auf Gegebenem auf, gestaltet es um, schließt neue Sichtweisen auf, eröffnet Räume hinter Räumen. Es entsteht etwas Neues, das gleich auch wieder Alltag und Gegebenes sein wird. Eine Wiedereröffnung ist also ein Anfang und schon gleich auch wieder Geschichte. »Die Zukunft wurde so schnell Gegenwart / dass kaum bemerkbar wurde / wie Zukunft schon längst Vergangenheit war.« schreibt Friederike Roth in ihrer »Abendlandnovelle«. Es ist ein immerwährender Kreislauf, in dem sich alles, aber niemals gleich, wiederholt. Und in dem immer wieder etwas beendet wird und anderes neu anfängt, aber gleich in den Strom des Kreislaufs aufgenommen wird.
Mit dem Tanztheaterensemble, Schauspielerinnen und Schauspielern, einer Pianistin der Oper, Schubert-Liedern und Texten aus Roths »Abendlandnovelle« beleuchtet Urs Dietrich das Ewigneue und Ewigwiederkehrende aus verschiedenen Perspektiven.
Die Zauberflöte
Sie ist der unangefochtene Publikumsliebling: Mozarts „Zauberflöte“. Einfache Menschen, Geistlichkeit und die Welt der Finsternis ließ der Meister in einer wundersamen Geschichte zusammentreffen und komponierte eine Musik, die – von schlichten Melodien bis zu feierlichen Klängen – jeder Person einen eigenen Ton verleiht. Tamino und ein seltsamer Vogelhändler sollen die Tochter der Königin der Nacht befreien. Eine Zauberflöte und ein Glockenspiel helfen ihnen dabei, den wahren Bösen zu entlarven und die Prüfungen ihrer Menschlichkeit zu bestehen. „Wo so viel Liebe ist, kann sich das Böse nicht entfalten.“
Regisseur Chris Alexander stammt aus den USA, hat aber zu Bremen eine besondere Beziehung: 1984 gründete er die bremer shakespeare company, der er bis 1991 angehörte. Seitdem arbeitet er als freier Regisseur vor allem im Musiktheater und inszeniert vorwiegend an den großen Häusern der Vereinigten Staaten.
Idomeneo
Idomeneo, der siegreich mit seinem Schiff aus dem Trojanischen Krieg zurückkehrt, verspricht Neptun als Dank für seine Rettung aus der Seenot den Menschen zum Opfer, den er als ersten am Ufer seiner Heimat erblickt. Wie es das Schicksal will, ist es sein eigener Sohn Idamante, der ihn empfängt. Dem grausamen Konflikt zwischen der Pflicht gegenüber den Göttern und der Liebe zu seinem Sohn, der Eifersucht Elektras sowie der rettenden Liebe des Königssohns Idamante zu Ilia hat der zur Zeit der Komposition erst 25-jährige Mozart ein fesselndes musikalisches Gewand verliehen. Regie führt Kay Kuntze, der in Bremen schon mit großem Erfolg die Uraufführung »Die Gehetzten« inszenierte. Die visuelle Gestaltung hat die Künstlergruppe Urbanscreen übernommen, die mit ihren Projektionen im öffentlichen Raum internationale Bekanntheit erlangt hat. Die Bremer Philharmoniker spielen unter der Leitung von GMD Markus Poschner.